Von Unverständnis bis Nicht-Gefallen

Der letzte Arbeitstag vor dem Urlaub ist endlich vorbei. Jetzt noch schnell zum Drogeriemarkt, die Sonnencreme-Vorräte aufgestockt und dann ab nach Hause zum Packen.

Abends im Bett träumst du dann von deinem ersten Abendessen in Kambodscha oder dem Tauchausflug in Belize. Und dann sind sie plötzlich da, die kleinen fiesen Sorgen:

Was ist aber, wenn du deine Unterkunft gar nicht findest?

Was machst du, wenn du dich nicht verständigen kannst?

Was willst du dir überhaupt alles angucken und wie kommst du zu den Sehenswürdigkeiten?

Keine Sorge, auch mich überfallen diese Fragen manchmal. Aber je öfter du reist, desto seltener werden sie dir den Schlaf rauben.

Widmen wir uns heute wieder gemeinsam den nächsten vier Sorgen, die dir im Augenblick noch nachts den Schlaf rauben, obwohl sie völlig unbegründet und ganz einfach lösbar sind:

Sorge 1: Mein Umfeld versteht meine Reiselust nicht
Sorge 2: Angst vor dem Langstreckenflug
Sorge 3: Mir gefällt der Ort nicht
Sorge 4: Mir gefällt der Ort so gut

Die Motivation und den ersten Teil der Serie findest du hier.

Oder noch schlimmer. Was ist, wenn dein Umfeld die eigenen Sorgen auf dich projiziert? Deine Mama macht sich Sorgen, dass du als Frau alleine in Thailand überfallen wirst, dein Vater versteht nicht, warum du überhaupt so weit weg musst, wenn es im eigenen Garten doch auch schön ist und deine beste Freundin preist dir in den höchsten lobenden Tönen ihren alljährlichen Pauschalurlaub an.

Es geht ganz schön an die Substanz, wenn das Umfeld dir unmissverständlich zu verstehen gibt, dass du „spinnst“. Da helfen 3 Dinge:

Versetz dich in die Lage der anderen Person

Viele Menschen haben einfach Angst, die Welt zu entdecken. Und diese Angst vor dem Unbekannten ist so groß, dass sie lähmt. Und gar nicht die Möglichkeit des Träumens zulässt. Die meisten Menschen, die nicht reisen, können sich gar nicht vorstellen, was sie am anderen Ende der Welt oder auch nur im Nachbarland erwartet. Wenn du dich darauf einstellst, dann reagierst du auf die Sorgen von außerhalb deutlich entspannter.

Lass die Person an deiner Phantasie teilhaben

Erzähle. Zeige. Erkläre. In langen Gesprächen und in kurzen Telefonaten. Lass dein Umfeld an deinen Träumen teilhaben und versuche zu erklären, was dich an deiner bevorstehenden Reise fasziniert. Versuch ihnen die Angst zu nehmen, indem du dich im Vorfeld vorbereitest und auf die Sorgen deiner Mama Antworten hast. Zeig deinem Papa die Bilder der Sehenswürdigkeiten, die es in deinem Reiseland gibt und erklär deiner Freundin, dass Urlaub nicht für jeden 14 Tage all inklusive bedeutet.

Vernetze dich mit Gleichgesinnten

Du bist nicht allein! Von uns Reisewütigen gibt es da draußen jede Menge. Suche den Kontakt. Facebook-Gruppen, Online-Kongresse, Reisevorträge, Blogs, Youtube-Kanäle – es gibt heute unzählige Möglichkeiten. Nutze sie.

So holst du dir nicht nur Rückendeckung für die wichtigen Gespräche, sondern auch gleich jede Menge Inspiration für deine bevorstehende Reise. Und wer weiß: Vielleicht findest du für den nächsten Trip so die richtige Reisebegleitung.

Du siehst, mit etwas Geduld fühlst du dich bald nicht mehr so allein.

Roadtrip – USA

Eines vorweg: Wenn du wirklich an Flugangst leidest, dann kann ich dir noch so gut zureden, du wirst davon nicht geheilt und steigst trotzdem nicht in ein Flugzeug. In diesem Fall gibt es aber glücklicherweise sehr viele Destinationen, die du mit dem Auto erreichen kannst. Dein nächster Roadtrip steht also schon!

Aber wenn dich bloß ein mulmiges Gefühl überfällt, dann kannst du mit diesem Artikel etwas Mut sammeln.

Fliege nicht allein und sprich mit deiner Reisebegleitung. Ich hätte viel besser reagieren können, wenn mein Freund bei der ersten gemeinsamen Flugreise erklärt hätte, dass sich „Ich fliege nicht so gerne“ in krampfhaftes an den Sitz klammern und stockenden Atem äußert.

Je besser du erklären kannst, wie du dich fühlst, desto besser kann dein Sitznachbar auf dich eingehen. Die Erfahrung zeigt, dass Ablenkung hilft. Entweder du selbst musst ein Thema deiner Wahl finden, über dass du dich unterhältst oder du bittest deine Reisebegleitung darum. Ich kann mich noch deutlich an viele Fragen zu Bayern München erinnern, über die meine bessere Hälfte bei Start und Landung philosophiert hat.

Stelle dir eine Playlist mit Musik zusammen, die dich beruhigt. Was sind deine Lieblingslieder zum Einschlafen oder Lesen? Ab damit in die Playlist. Oder du hörst dir ein spannendes Hörbuch an.

Buche dir einen Sitzplatz im vorderen Teil des Flugzeugs. Dort spürst du sowohl bei Start und Landung als auch während des Fluges die Turbulenzen deutlich weniger. Zusätzlicher Bonus: Getränke und Essen sind schneller bei dir und garantiert gibt es noch dein Wunschgericht.

Hier habe ich dir noch ein paar Tipps und Tricks für einen möglichst entspannten Flug zusammen gestellt.

Ja, der Flug bleibt weiterhin unangenehm, aber mit diesen Tipps wirst du ihn garantiert gut überstehen.

Bingo – denn du bist im Individualurlaub. Nichts einfacher als das also. Es kann immer vorkommen, dass dir ein Ort nicht gefällt. Egal wie viele Bilder du gesehen und Berichte du gelesen hast, du wirst hier einfach nicht warm.

Während du in deinem bezahlten Pauschalurlaub nur mit zusätzlichen Kosten sowohl Urlaubsort als auch Hotel wechseln und dich dann auch noch um einen Transport bemühen musst, hast du bei einem Individualurlaub nur die ersten paar Übernachtungen gebucht. Du kannst also jederzeit einfach weiterreisen.

Sprich mit anderen Reisenden und frage nach Empfehlungen. Schnapp dir dein Handy und recherchiere über google Maps, welcher Ort in der Nähe ist und welche Sehenswürdigkeiten dich dort erwarten.

Du merkst, nichts leichter als das mit einer Individualreise.

Vergiss die Sorgen – die Welt hat so viel zu bieten

Noch besser! Dann bleib! Frag in deiner Unterkunft nach, ob du verlängern kannst. Wenn es ausgebucht ist, dann wird dir dein Gastgeber sicher eine andere Unterkunft empfehlen können. Schließlich kennt er sich vor Ort aus.

Setz dich bloß nicht selbst unter Druck, weil du eigentlich noch weiter reisen wolltest. Du musst deinen Plan nicht akribisch verfolgen. Du holst das Meiste aus deinem Urlaub raus, wenn du auf deinen Bauch hörst.

Mach dich schlau, vielleicht kannst du ja die ein oder andere Sehenswürdigkeit auch von dem Ort aus besuchen, an dem du länger bleiben willst und musst so deinen neuen Lieblingsort gar nicht verlassen.
Du bist der Chef deines Urlaubs, mache also was du willst.

4 Sorgen weniger? Klasse!

Dich halten noch andere Sorgen vom Schlaf ab? Dann schreib mir!

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2 thoughts

  1. Ein sehr schöner Beitrag.
    Ich persönlich habe etwas Flugangst, nicht so schlimm, aber Schweißausbrüche gehören dazu und das große Zittern. Mir hat es geholfen, dass meine flugerprobte Freundin mir genau gesagt hat was auf mich zukommt und wie es sich anfühlt. Das hat dem ganzen die Überraschung genommen, die mich eventuell nur noch mehr geschockt hätte.

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

    1. Hallo Anni,

      vielen liebe Dank für deinen Kommentar.

      Du bist zum Glück nicht alleine mit deiner „Angst“, wirklich viele Menschen, die ich kenne, steigen nur ungern ins Flugzeug. Ich fliege ganz gerne, allerdings finde ich lange Strecken immer extrem anstrengend. Ich kann nämlich trotz aller Tipps kaum schlafen.

      Aber wer die Welt sehen will und nicht Zeit für lange Überfahrten mit dem Schiff hat (gibt’s die überhaupt noch so regulär???), der muss wohl in den Flieger 🙂

      Liebe Grüße
      Magdalena

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