Still und heimlich ist der 15. Juli vorübergegangen. Ein ganz normaler Sonntag, sonnig und warm! Während viele am See oder im Schwimmbad waren, saß ich in Mamas Garten. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht, denn es war Geburtstag. Nicht mein persönlicher, dafür der von Living the World. Meinen kleinen Reiseblog gibt es nun ein Jahr!

Bei einem kühlen Saft habe ich ausgiebig nachgedacht. Wie ich vor einem Jahr offiziell online gegangen bin. Wie ich fast jeden Abend am Design gewerkelt hab, Blogbeiträge geschrieben, in Erinnerung vieler Reisen geschwelgt habe.

Der erste Versuch, eigenständig etwas am Code des Blogs zu ändern, ging voll nach hinten los: weißer Bildschirm und kein Blog mehr. Stundenlange Recherche bei YouTube und die Erkenntnis: Lass die Finger vom Code! Zumindest vorerst.

Ganz aufgeregt habe ich die ersten Kommentare gelesen – natürlich kamen die von Freunden. Aber als sich dann die erste unbekannte Person zu Wort gemeldet hat, hab ich ein Glas Sekt getrunken.

Den ersten Newsletter erstellt - das war ein Kampf

 

Den ersten Newsletter erstellt, getestet und verschickt. Nervös die Auswertung abgewartet, denn würde den überhaupt jemand lesen, der nicht zu meiner Familie gehört? Glück gehabt, er wird gelesen und mittlerweile habe ich eine kleine, aber feine Truppe von treuen Lesern.

Die ersten Kooperationsanfragen kamen ins Mailfach, die meisten völlig unpassend und offensichtlich Massen-Mail-artig verschickt. Einige Monate später dann aber der Wandel: Audible und ich kamen zusammen und das war mehr als kompatibel.

Und dann kam leider auch die erste Woche, in der ich keinen neuen Beitrag posten konnte. Weil einfach nebenbei noch so viel passiert und der Tag nur 24 Stunden hat.

Und dann fragt sich manch einer: Reiseblog? Aber die ist doch gar nicht wirklich viel unterwegs?

Stimmt. Die Reisepläne dieses Jahr sehen bescheiden aus und passen auch so gar nicht zu mir. Aber das hat auch alles seinen Grund. Und heute ist es endlich soweit, dass ich den auch verraten kann:

Living the World geht auf große Südostasien-Reise – und das für ein ganzes Jahr!

Du glaubst gar nicht, wie gut es sich anfühlt, das endlich loszuwerden, der Welt zu erzählen und es nicht länger nur in den eigenen vier Wänden zu bequatschen.

Wie kam es dazu?

Dass ich gerne und viel reise, ist offensichtlich. Mal länger weg, vielleicht mehrere Monate am Stück: bisher nur ein großer Traum.

Kannst du nicht machen, weil – davon gab es viele.

Weil, es ist nicht genügend Geld da.

Weil, du hast einen festen Job.

Weil, du hast eine Wohnung, ein Auto, einen vollen Kleiderschrank.

Weil, du bist nicht mehr 20 und gerade mit der Schule fertig.

Weil, du bist jetzt einfach erwachsen und sollst vernünftige Dinge machen.

Weil…

Weil…

Weil.

 

Die Liste kann ich ewig weiterführen. An einem kalten Abend Anfang 2017 bin ich über einen – damals kostenfreien – Online-Kongress gestolpert. Sofia und José von isshappy (eigentlich ein veganer Foodblog) haben den Hello World Kongress organisiert und dafür jede Menge Menschen in einen virtuellen Kongress gepackt und die haben alle über ausschließlich ein Thema gesprochen: Reisen gehen. Länger.

Ich untertreibe, wenn ich sage, dass ich überrascht war. Ich war sprachlos. Da saßen plötzlich ganz viele, ganz unterschiedliche Menschen, jung, alt, Paare, Singles, Männer, Frauen, Familien mit kleinen Kindern, Familien mit großen Kindern, Familien mit richtig vielen Kindern, und hatten eins gemeinsam: Den Traum vom Reisen und den haben sie verwirklicht.

Ja, auch mein erster Gedanke war: Die haben geerbt, sind einfach reich, haben im Lotto gewonnen, bekommen es von ihren Eltern bezahlt. Und ich lag sowas von daneben. Da gab es Menschen wie Ka von Die SundanceFamily, der aus der Not heraus und mit einem Koffer voller Schulden das scheinbar Unmögliche gemacht hat: Einfach raus und etwas Neues wagen.

Oder Nick von travelECHO, der beschlossen hat, dass es noch mehr geben muss, als nur im Anzug im schicken Auto ins Büro zu fahren. Also hat er sich noch den ein oder anderen Nebenjob gesucht, gearbeitet wie verrückt und ist dann für sechs Jahre auf Weltreise gegangen.

Und dann gab es noch Ania und Daniel von Geh mal reisen, die in ihrem Video damals einen – vielleicht schon abgedroschenen, aber für mich überzeugenden – Spruch sagten: 

Don’t call it a dream. Call it a plan.

Und das war er, der Moment, an dem klar war: Die schaffen das – ich schaffe das auch. In dem Moment kam meine schönere Hälfte ins Zimmer und bekam die Ansage: Wir gehen auf Reisen. Seine Antwort: Ich bin dabei! (Ein Glück!!)

2017 bis jetzt: Planung, Planung, Planung

Seitdem spielt das Kopfkino noch verrückter als sonst. Welche Länder wollen wir eigentlich bereisen? Wie lange wollen und können wir unterwegs sein? Wie sagen wir es unseren Familien?

Eine Sache war ziemlich schnell klar: Es wird keine Weltreise, wir werden Südostasien nicht verlassen. Seit Vietnam zieht es uns immer wieder in diese Richtung und es gibt noch so viele Länder zu entdecken, dass das Jahr „nur“ dafür reichen wird.

Und das ist auch gut so, denn in erster Linie geht es nicht darum, die meisten Sehenswürdigkeiten auf einer Liste abzuhaken oder ein Jahr nur am Strand zu liegen. Sondern um da zu sein, vor Ort zu leben, ein bisschen asiatischen Alltag aufzuschnappen. Sowohl in Großstädten als auch im Dorf, wo es uns eben hin verschlägt.

Das liebe Geld

Auch wir haben nicht im Lotto gewonnen oder bekommen das Jahr geschenkt. Seit Februar 2017 werden alle Kaufentscheidungen ganz einfach getroffen: Was kann ich für diesen Preis in Thailand, Vietnam, Kambodscha alles machen? Und: Kann ich es mitnehmen? Die Antwort fällt dann plötzlich ganz leicht.

Auch hier habe ich total viele Tipps aus dem Hello World Kongress bekommen, allen voran der Sechs-Konten-Plan. Du denkst, du kannst nicht noch weiter sparen? Wahrscheinlich kannst du es doch!

Der Plan

Den gibts nicht. Und das ist das wirklich Großartige an der ganzen Sache. Wir wissen, dass wir in Bangkok starten. Zum einen, weil wir noch nie in Thailand waren. Zum anderen, weil es dafür tolle Flugpreis-Angebote gibt. Ab da sind wir völlig frei und das soll auch so bleiben.

Natürlich haben wir eine kleine Wishlist im Kopf (oder besser gesagt an der Tür), aber dazu in einem anderen Beitrag mehr.

Jobs und Wohnung ade

Auch über diese Entscheidungen mussten wir eine Weile brüten. Wollen wir kündigen oder gibt es vielleicht Möglichkeiten, von unterwegs zu arbeiten? Sollen wir die Wohnung untervermieten oder ist nach der Rückkehr doch Zeit für etwas anderes?

Es hat gedauert, aber jetzt wissen wir: Wir brauchen bei der Rückkehr einen Neuanfang. Wir brauchen neue Jobs, neue vier Wände, vielleicht sogar eine neue Stadt. Aber welche, das müssen wir uns jetzt noch gar nicht überlegen.

Und jetzt?

Jetzt trennen uns noch einige Monate von unserem großen Abenteuer, und auch wenn ich am liebsten schon morgen starten will, gibt es noch einiges zu regeln. Allem voran: Zeug loswerden, Möbel verkaufen, Impfungen machen lassen, alle „letzten Male“ ausgiebig genießen und noch einiges mehr.

 

Fakt ist: Langweilig wird es nicht. Und die Zeit geht gerade verdammt schnell rum. Denn es kommt mir vor, als wäre der besagte kalte Abend im Januar 2017 eigentlich erst gestern gewesen.

Wie stehst du dazu: Großes Abenteuer wagen und für einige Zeit auf Reisen gehen oder ist das nicht dein Ding? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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4 thoughts

  1. Wow stark! Ich bin auch der Meinung, dass man seine Träume leben kann. Mit 8 Jahren wollte ich schon durch die USA reisen für mehrere Monate. Mit 18 habe ich angefangen, zu sparen. Dann das Studium beenden, etwas arbeiten und mit 26 ging es tatsächlich letztes Jahr los! Wenn einen genug antreibt und man über den Tellerrand von Haus-Karriere-Familie denkt, dann geht so vieles. Ich wünsche dir von Herzen eine tolle Zeit mit allen Höhen und Tiefen aber du bist ja auch schon Einiges gewohnt und von daher denke ich, dass ihr das meistern werdet und zur Zeit eures Lebens macht.
    Liebe Grüße,
    Sarah

  2. Liebe Sarah,
    vielen Dank für deine Geschichte! Ich stimme zu: Es bedarf ein wenig Querdenken und auch etwas Mut, vor allem wenn man im direkten Umfeld niemanden hat, der so etwas plant. Und natürlich braucht das etwas Planung und die richtigen Gründe. Einfach zu sagen „Mir passt es gerade nicht, ich gehe auf Reisen“ ist meiner Meinung auch falsch, denn wer sagt, dass dich das Reisen erfüllt?
    Aber es ist schön zu lesen, dass man nicht alleine ist und deine Geschichte ist für mich unglaublich inspirierend.

    Liebe Grüße
    Magdalena

  3. Oh wie spannend das ist! Ich kann’s kaum erwarten und freue mich total, dass du uns so offenherzig an deinen Plänen und Reisen teilhaben lässt. Ich finde es auch immer beruhigend, herauszufinden, dass man gar nicht sooo verrückt und anders ist, wie alle immer denken. Es ist zu schaffen, andere haben das vor uns auch geschafft. Geh du mal vor, ich lass mich inspirieren und komme in ein paar wenigen Jahren nach. 🙂 <3

    1. Hallo Laura,
      vielen Dank für deine lieben Worte! Schön, dass du auch zu den „verrückten“ zählst… 😉

      Ich gehe sehr gerne vor und lasse dich weiterhin an meinen Erfahrungen teil haben. Dir drücke ich die Daumen bei eurem großen Japan-Vorhaben!!!

      Liebe Grüße
      Magdalena

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