Der Boden unter mir vibriert. Ich spüre die leichten Schwingungen und kurz wird mir schwindelig. Ich greife nach vorne, meine Hände umklammern das rote Metall.

Der Blick nach unten macht den Schwindel nicht besser. 75 Meter unter mir rauschen die Wellen des Pazifischen Ozeans, nicht gerade hilfreich bei meiner Höhenangst.

Ich hebe den Blick und in meinem Kopf wird es ruhiger. Vor mir präsentiert sich San Francisco in seiner vollen Pracht. Dicht bebaut erhebt sich die City by the Bay auf ihren Hügeln und glänzt in der Mittagssonne.

San Francisco – ein toller Blick von der Golden Gate Bridge

Weiter links inmitten den blauen Glitzern der Wellen erkenne ich Alcatraz Island, mit dem metallenen Wachturm und dem ersten Leuchtturm an der Westküste Amerikas.

Doch eigentlich will ich jetzt was anderes sehen. Ich drehe mich um, lehne mich an das Gelände und genieße: Ich stehe auf der Golden Gate Bridge.

Ich muss gestehen: Ich bin beeindruckt. Neben mir erstreckt sich einer der Pylone 227 Meter in den blauen Himmel. Ich fühle mich direkt noch kleiner.

Ich laufe los, denn ein Spaziergang über das Wahrzeichen der Bay Area stand natürlich auf der Roadtrip-Liste.

Alleine bin ich nicht. Jogger, Spaziergängern, Touristen, mit und ohne Fahrrad, begleiten mich. Links von mir rauschen auf sechs Spuren die Autos eines nach dem anderen vorbei. Unglaublich, dass es täglich bis zu 120.000 insgesamt sind. Und je nach Tageszeit ändern sich Spurenanzahl und Fahrtrichtung, ein ausgeklügeltes System, das den Stau so gering wie möglich halten soll.

Die vielen Autos sind auch für die Vibration verantwortlich, die ich bei jedem Schritt wieder spüre. Doch auf die Brücke ist Verlass. Oder?

Jeder Schritt vibriert

Wieder bleibe ich stehen und lege meine Hand an das Metall. Schon seit 1937 verbindet die Bogenbrücke mit ihren insgesamt 2,7 Kilometern San Francisco und das Marin County. Sie hat also schon einiges erlebt.

Vor allem auch viel trauriges. Das Geländer ist recht niedrig, auch ich könnte einfach drüber steigen. Schon mehr als 1600 Menschen haben den Sprung in die Tiefe als einzigen Ausweg gesehen. Ob die vielen Telefone, die in regelmäßigen Abständen angebracht sind, den Verzweifelten wirklich helfen?

Die Höhe ist beeidruckend

Ich lehne mich wieder an das Geländer. Schon erstaunlich, wie viele Todesopfer diese wunderschöne Bauwerk schon gefordert hat, währen bei dem vierjährigen Bau „nur“ elf Bauarbeiter verunglückten. Helme und Auffangnetze sorgten für recht sichere Bedingungen.

Ich gehe langsam weiter, genieße die warme Sonne auf meinem Gesicht und freue mich über meinen heutigen Spaziergang. Seit so langer Zeit trotzt die Golden Gate Bridge nun schon der Gicht, den Erdbeben, den täglichen Verkehrsstaus und hat als größten Feind dann doch den alltäglichen Rost.

 

Sie ist ein abwechslungsreiches Fotomodell. Mal erstrahlt sie im Sonnenlicht, häufig versteckt sie sich im Nebel und jedes Mal sieht sie wunderschön aus.

Auch die Farbe wurde lange diskutiert. Von grau über ein für die Marine gut sichtbares schwarz-gelb wurde es schließlich das „international orange“.

Heute werde ich nur hier spazieren, aber es gibt noch so viel mehr zu erleben.

Über mir höre ich die Rotorblätter eines Hubschraubers. Auch so kannst du die Golden Gate Bridge erleben.

Unter mir schippern die Ausflugsboote durch die Wellen. Ein Blick von unten ist bestimmt spannend.

Doch die schönsten Fotospots befinden ich wohl auf der anderen Seite der Golden Gate Brücke, denn von dort ist San Francisco selbst die perfekte Kulisse für beeindruckende Erinnerungen.

Ich lehne mich wieder an das Geländer und sehe dem Glitzern auf dem Wasser zu.

Golden Gate Brigde – du bist nicht nur selbst eine Schönheit und liegst in dieser beeindruckenden Gegend, auch dein Name ist etwas besonderes.

Golden Gate Bridge – ein kleiner Traum wird wahr

Das Goldene Tor, so nennt sich diese Einfahrt in die Bucht von San Francisco. Verantwortlich war natürlich – welch Überraschung – der Goldrausch um 1840.

Ich muss lächeln. Diesen Namen hat sie sich verdient.

Langsam trete ich den Rückweg an, weiter gehe ich heute nicht.

Ich sehe die Menschen um mich herum, die Spaziergänger, die Jogger, die Touristen, mit und ohne Fahrrad. Fast alle lächeln, fühlen sich hier wohl und erfüllen sich einen kleinen Traum.

Fest steht: Ich komme wieder, denn so wunderschön die Golden Gate Bridge in der Sonne strahlt, ein Nebelfoto schuldet sie mir noch.

Bist du schon mal über die Golden Gate Bridge spaziert und warst so fasziniert wie ich? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.