Reisestress – gibt es das überhaupt?

Du hast sicher schon lange auf deinen Trip gewartet, hast geplant, gespart, gelesen und dir eine Route zurecht gelegt.

Der letzte Arbeitstag rückt näher, im Büro oder Geschäft wird es für dich immer stressiger, denn so viel will vor der geplanten Pause noch erledigt werden.

Endlich bist du in deinem Urlaubsland angekommen – und doch ist an Ausruhen nicht zu denken!

Schließlich hast du diesen Trip ganz individuell geplant und somit ist die Liste mit den Dingen, die du unbedingt sehen und erleben willst, lang.

Sehenswürdigkeitenstress in Vietnam

Die Besichtigung der Tempel, den Ausflug in den Dschungel, den Surfkurs oder Tauchgang. Und ehe du dich versiehst, sind zwei oder drei Wochen rum und du fliegst wieder nach Hause.

Ausgeruht? Fehlanzeige!

Reisestress – warum du ihm auch verfallen könntest

Gerade bei Reisezielen, die dich in weite Ferne führen oder exotisch sind, neigen wir dazu, so viele Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten wie möglich in unseren Trip zu packen. Das Ergebnis: Der Terminkalender ist fast voller als im Alltag zu Hause.

„Wenn ich schon mal da bin, dann will ich auch alles sehen.“ Wer kennt diese Aussage nicht? Dabei ist das ganz großer Blödsinn.

„Alles“ wirst du nie sehen können – je eher du dich von diesem Gedanken verabschiedest, desto besser werden deine zukünftigen Trips werden.

Ja, wer weiß wann du wieder das Geld oder die Zeit hast, in dieses oder jenes weit entfernte Land zu reisen. Aber was ist besser: Durch alle großen Sehenswürdigkeiten gerauscht zu sein, oder doch mit etwas Ruhe nur einige wenige zu sehen, die aber wirklich bewusst zu erleben?

Ein Land kannst du nur erleben, wenn du dich darauf einlässt

Und dazu gehört auch, dass du dir Zeit gibst, das Erlebte zu verarbeiten. Klar sollst du auch dem tollen Tempel, von dem alle erzählen, einen Besuch abstatten oder den Blick über den Canyon schweifen lassen, den du auf einem Blog entdeckt hast.

Wenn du aber gedanklich schon auf dem Weg zum nächsten Highlight bist, darüber nachdenkst, wie du dort hinkommst und wie viel Eintritt das eigentlich kostet, dann rauschen die Besonderheiten deines Trips nur so an dir vorbei. Und das fühlt sich dann an wie Reisestress.

Plane – aber nicht zu viel

Natürlich gehört Planung zum Urlaub dazu. Und gerade wenn du einen Roadtrip machen oder quer durchs Land reisen willst, musst du einen Zeitplan haben, der sich an den Dingen orientiert, die du sehen willst.
Aber vergiss nicht, alles mit genügend Puffer einzuplanen. Sowohl für den Weg als auch für deine Highlights.

Erstelle eine Liste mit unterschiedlichen Kategorien: Dinge, die du unbedingt sehen willst, Dinge, die du gerne sehen willst und Dinge, die du unterwegs vielleicht mitnehmen könntest. Und dann streiche, aus allen Kategorien.

Sport oder lieber mal ausruhen?

Und vergiss nicht, dir auch Tage einzuplanen, an denen du nichts machst. Die du faul am Strand verbringen kannst oder bei einem Stadtbummel oder auch einfach nur mit lange schlafen, den ganzen Tag im Lieblingsbuch schmökern und einem leckeren Essen am Abend.

Noch besser ist es, wenn du deinen Zeitplan so variabel hältst, dass du deine Pausen ganz individuell machen kannst. Wenn es dir an einem Ort besonders gut gefällt, dann bleib einfach länger. Wenn du merkst, dass du eine Auszeit brauchst, dann mach sie.

An diesen Tagen tankt dein Körper und dein Geist wieder so richtig Kraft, dein Gehirn kann alle Eindrücke in Ruhe verarbeiten und am Ende hast du mehr vom Urlaub.

Reisestress kenn’ ich nicht!

Ha! Wie gerne würde ich diese Aussage unterschreiben. Aber auch ich habe es manchmal nicht im Griff, meine Wunschliste ist lang und ich ertappe mich dabei, dass ich hibbelig im Hotel sitze und in Gedanken schon bei meinem nächsten Höhepunkt bin.

Ich weiß noch genau, wie ich auf dem Roadtrip durch die USA so viel wie möglich mitnehmen wollte und ja alles nach Plan laufen musste. Und doch sind gerade die Erlebnisse, die aus dem Ruder liefen, die mit dem meisten Spaß und den besten Stories.

Übung macht bekanntlich den Meister und je öfter ich unterwegs bin, desto eher merke ich, das mein Gehirn auf Dauerjogging steht. Mittlerweile kann ich bewusst das Tempo rausnehmen, die Planung sein lassen und das Hier und Jetzt genießen. Und damit werden die Trips immer besser.

Take it easy

Schon die Eagles wussten, wovon sie sangen. Das sollten wir uns also als Leitspruch auf den Rucksack (oder Koffer) schreiben.

Halte an, gehe einen Schritt rückwärts, schau dich um und mach dir immer wieder bewusst, wo du gerade bist und was du im Moment siehst und erlebst. Welches Privileg du hast, dass diese Reisen für dich möglich sind.

Welches Glück du hast, genug Geld zu haben, um dir diesen Traum zu erfüllen. Und damit meine ich nicht unbedingt das Luxushotelzimmer. Denn dein Trip wird genauso wie du ihn machst, für dich perfekt passen.

Und dann schau abends in den Spiegel, in dein braungebranntes ( bei uns Mädels auch ungeschminktes) Gesicht mit den zerzausten Haaren und sei stolz auf dich. Dass du den Mut hast, genau diese Abenteuer zu wagen, deine Nase in die Welt zu strecken und neue Luft zu schnuppern. Denn nach jedem Trip kommst du zurück nach Hause und bist ein kleines bisschen anders als vorher. Und das ist auch gut so!

Welche Tipps hast du für mich, um wirklich nie wieder Reisestress zu haben? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

 

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2 thoughts

  1. Interessanter Artikel! Jeder findet das Reisetempo, das am besten zu ihm/ihr passt. Doch mit deinen Sätzen, die oft mit einem „Tu dies…“ anfangen und mit einem Ausrufungszeichen enden, erzeugst du auch Stress.
    LG
    Ulrike

    1. Hallo Ulrike,
      vielen Dank für deinen Beitrag und die ehrlichen Worte zu meinem Stil. Ich kenne meine Liebe zu Ausrufezeichen und versuche immer daran zu arbeiten – Stress erzeugen will ich natürlich nicht.

      Und ich stimme dir zu: Jeder sollte sein persönliches Reisetempo finden, um die perfekte Mischung zwischen Spannung und Entspannung zu finden.

      Liebe Grüße
      Magdalena

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