Hast du schon mal was von Bodie, der Geisterstadt gehört? Ich nicht (also vor meinem ersten USA-Trip, versteht sich). Bodie, Geisterstadt, what?

Die kurze Geschichte Bodies

Nicht nur kurz beschrieben. Bodie ist nicht besonders alt geworden. Östlich von San Francisco versteckt sich auf 2554m Höhe die besterhaltene Geisterstadt der USA. Sie entstand 1859 als Goldgräbersiedlung, erlebte einige Jahre des Reichtums und einen rapiden Abstieg, als der Goldpreis sank und die Mine kaum noch Profit abwarf.

Unterhalb der Hügelkette, in der die Bergwerke entstanden, entwickelten sich während der Boom-Jahre zahlreiche Saloons, Bordelle, ein Chinesenviertel mit Tempel und Opiumhöhle, mehrere Zeitungen, sieben Brauereien und mehrere Kirchen unterschiedlicher Religionen. Doch selbst die konnten nicht für die Moral Bodies sorgen.

Morde und Überfälle waren an der Tagesordnung. Das bekannte überlieferte Zitat eines kleinen Mädchens, das mit seinen Eltern nach Bodie zieht, fasst es kurz zusammen: „Goodbye God, I’m going to Bodie!“

Die niedrige Luftfeuchtigkeit hat dafür gesorgt, dass die nach einem verheerenden Brand 1932 verbliebenen Häuser und Autos in erstaunlich gutem Zustand geblieben sind.

Stadtpanorama Geisterstadt Bodie

Warum du Bodie unbedingt besuchen musst

Du fragst dich jetzt, was diese Stadt – Ghost Town hin oder her – so besonders macht? Hier kommen fünf Gründe, warum du Bodie unbedingt einen Besuch abstatten solltest und damit ein unvergessliches Highlight erlebst.

Abenteuer Anfahrt

Ein Grund, weshalb sich Bodie deutlich weniger Bekanntheit erfreut als manch andere Geisterstadt in den USA liegt mit Sicherheit an der Anfahrt. Das alleine ist schon ein Abenteuer. Das Mieten eines SUVs ergibt plötzlich Sinn und ich empfehle dir keinen Trip mit dem Wohnmobil.

Du verlässt die US 395 bei Dog Town in Richtung Westen auf die Bodie Rd (270). Dieser Straße folgst du für ungefähr eine halbe Stunde. Doch die letzten knapp fünf Meilen wechseln von befestigter Straße zu einer unbefestigten Schotterpiste, die ganz schön holprig sein kann. Und wenn du gerade darüber nachdenkst, wieder umzukehren, erscheint doch plötzlich das kleine Kassenhäuschen und die Geisterstadt taucht vor dir auf.

Wenige Touristen verirren sich nach Bodie

Vielleicht wegen der erschwerten Anfahrt, vielleicht weil Bodie weit ab vom Schuss ist. Vielleicht aber auch, weil sich Legenden und die dazugehörigen Geister in der verlassenen Stadt hoch oben in den Bergen hartnäckig halten.

Aus welchem Grund auch immer, aber Bodie gehört zu den wenig überlaufenen Ghost Towns in Amerika. Das bemerkst du auch in der touristischen Vermarktung. Neben einem Visitor-Center findest du nur einen kleinen Souvenir-Shop. Cafés, Restaurants oder sonstige Geschäfte suchst du hier vergeblich.

Die wenigen Touristen zerstreuen sich in den Straßen und zwischen den noch erhaltenen Häusern, damit hast du zeitweise das Gefühl, ganz alleine unterwegs zu sein.

Gruselfaktor inklusive

Durch die niedrige Luftfeuchtigkeit auf über 2500m Höhe sind die Häuser erstaunlich gut erhalten. Natürlich sorgt zusätzlich die Bodie Foundation mit nötigen Reparaturarbeiten für den Erhalt der Sehenswürdigkeiten.

Nicht alle Häuser kannst du betreten, aber ein Blick durch die Fenster sorgt für den Gänsehaut-Effekt. Nur der Staub auf den originalen Möbeln weist darauf hin, dass dort niemand mehr wohnt. Dabei erwecken die zurückgeschobenen Stühle oder die heruntergefallenen Becher den Eindruck, als hätten die einstigen Bewohner ihre Heimat übereilt verlassen.

Wenn dann noch der Wind durch die Straßen weht und die Sonne langsam hinter dem Horizont versinkt, ist der Gruseleffekt vollkommen. Auch den wenigen verbliebenen Autos sieht man nicht an, dass sie seit Jahren verlassen und unbenutzt in den Straßen Bodies stehen.

Der nahe gelegene Friedhof, der noch immer gut gepflegt ist, verstärkt den geisterhaften Eindruck, den die verlassene Stadt hinterlässt.

Wenn dir das noch zu wenig ist, dann kannst du einen der wenigen Ghost Walks oder eine Ghost Mill Tour buchen. Du spazierst bei Sonnenuntergang durch Bodie und die Goldmine, während du tiefer in die Legenden und Geistergeschichten der alten Stadt eintauchst. Tickets dafür musst du jedoch vorher reservieren und die wenigen Touren sind schnell ausverkauft. Infos dazu findest du hier.

Bodie – Friedhof einer Geisterstadt

Dein bestes Urlaubsfoto

Fotofans kommen in Bodie auf jeden Fall auf ihre Kosten. Die Straßen sind oft leer, die wenigen Besucher zerstreuen sich. Das ist also deine Chance auf ein großartiges Shooting.

Verlassene Häuser, alte Tankstellen, antike Geschäfte – die perfekte Kulisse für ein perfektes Foto! Egal ob blauer Himmel oder doch bewölkt – jede Lichtstimmung passt zur Geisterstadt. Nimm dir also Zeit und schlendere in Ruhe durch die verlassenen Wege. Denk daran, genügend Speicherplatz auf deiner Karte zu reservieren.

Wenn es zeitlich (und vor allem finanziell) passt, kannst du auch einen Fotowalk buchen, der dir Bodie in einem ganz anderen Licht zeigt. Gleichzeitig tust du damit was Gutes, die Einnahmen unterstützen die Bodie Foundation.

Heiraten für Fortgeschrittene in Bodie

Kirche in Bodie

In Las Vegas heiraten kann jeder, warum nicht also noch etwas exklusiver? In der noch gut erhaltenen Methodist Church kannst du dich trauen lassen. Es ist allerdings keine geläufige Heiratsmöglichkeit, deswegen wirst du dich im Vorfeld um etwas Organisation bemühen müssen. Die Mitarbeiter der Bodie Foundation stehen dir aber mit ihrer Hilfe zur Seite und empfehlen dir auch Kontakte zu möglichen Pfarrern oder Trauberechtigten.

Eines ist sicher: Diesen Tag wirst du auf keinen Fall vergessen!

Fakten über Bodie

Anschrift

Eine echte Anschrift hat Bodie nicht. Du findest die Geisterstadt östlich von San Francisco an der Grenze zu Nevada.

Die nächsten größeren Ort in der Umgebung sind Mono City im Süden, Dog Town im Osten und Bridgeport im Norden.

Öffnungszeiten

Vom 18. März bis 31. Oktober öffnet der Park um 9 Uhr und schließt seine Tore um 18 Uhr.

In der Winterzeit vom 1. November bis 17. März verkürzt sich die Öffnungszeit um zwei Stunden auf 16 Uhr.

Eintritt

Erwachsene zahlen 7$, Kinder von 4 bis 17 Jahren zahlen 5$ und Kleinkinder haben freien Eintritt.

Besonderheiten

Bring ausreichend Essen und vor allem Trinken mit. Die Geisterstadt ist wie sie heißt: Außer Wasser findest du hier oben keine Verpflegung. Allerdings kannst du dein Wasser am öffentlichen Wasserspender wieder auffüllen.

Toiletten findest du auf dem Parkplatz und noch einmal in der Mitte der Stadt.

Informiere dich im Winter unbedingt über die Wetterbedingungen. Auf 2500m Höhe sieht es oft anders aus als im Tal und ohne Schneeketten wirst du es im Winter gar nicht erst zum Park schaffen. Gerade die Mietautos haben in der Regel keine Winterreifen und die Strecke kann schnell gefährlich werden (was bei plötzlichem Wetterwechsel passieren kann, kannst du übrigens hier nachlesen).

Weitere Informationen

Neben vielen Blogs und Erfahrungsberichten in unterschiedlichen Foren, empfehle ich dir zwei Internetseiten, um noch weitere Informationen rund um Bodie und deinen Trip zu bekommen:

Bodie – die Geisterstadt

Warst du auch schon in Bodie? Was hat dir am besten gefallen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

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2 thoughts

  1. Hallo Magdalena,
    da stimme ich dir zu, Bodie sollte man sich nicht entgehen lassen.
    Wir hatten dort einige tolle Stunden und gerade für Foto-Freunde ist es ein Traum! Ich wäre dort gerne mal Nachts mit der Kamera unterwegs ;-).
    VG Torsten

    1. Wie cool, endlich mal von jemand anderem zu hören, dass er da war! Irgendwie scheint mir Bodie noch recht unentdeckt zu sein.

      Nachts muss es ein Traum sein! Auch wenn ich wahrscheinlich die Hosen voll hätte im Dunkeln an diesem verlassenen Ort – aber ich würd’s trotzdem tun 🙂

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